Billigflieger locken mit Angeboten, die scheinbar nicht mehr zu unterbieten sind. Teuer wird es dennoch, wenn man von der Flugreise mehr als Holzklasse und Handgepäck erwartet.
Laut einer EU-Verordnung müssen Fluglinien ihre Preise inklusive Steuern und Gebühren angeben. Das tun sie auch – die Zusatzkosten, die im Laufe der Buchung mehr oder weniger transparent zum „Grundpreis“ für den Flug hinzukommen, schlagen aber zu Buche. Denn umsonst gibt es im harten Preiskampf um die billigsten Tickets nur noch wenig.
Die Faustregel lautet: Buchungen sind online und direkt bei der jeweiligen Fluglinie kostengünstiger als per Hotline oder über Vergleichsportale. Servicepauschalen bzw. Bearbeitungsgebühren werden bei der Buchung im Internet zumeist nicht fällig. Sehr wohl werden aber Gebühren bei bestimmten Zahlungsmethoden erhoben. Airlines sind zwar verpflichtet, mindestens eine kostenlose Zahlungsmöglichkeit anzubieten. Für die meistens bevorzugte Bezahlung mit Kreditkarte können aber hohe Gebühren anfallen. Bei Air Berlin etwa sind das bis zu 18 EUR pro Person und pro Flug. Fliegt eine vierköpfige Familie, so sind das für Hin- und Rückflug beachtliche 144 EUR.
Weitere beliebte Einnahmequellen sind Sitzplatzwahl, Beförderung von Reisegepäck, Essen und Getränke, Priority Boarding oder – im Paket – das Upgrade in die nächsthöhere Buchungsklasse. Wer diese Extras braucht, muss extra zahlen. Und so werden die vermeintlichen Billigflüge dank Extras schnell teuer.
Rechenbeispiel 1 – Der Familienurlaub
Die vierköpfige Familie M. möchte in diesem Jahr in den Sommerferien für zwei Wochen nach Mallorca. Flüge für zwei Erwachsene und zwei Kinder im Alter von 5 und 9 Jahren von München nach Palma de Mallorca sollen gebucht werden, Gepäck braucht die Familie für den Sommerurlaub selbstverständlich, gemeinsam sitzen möchte man ebenfalls. Und: Essen und Trinken sind auf dem Flug ein Muss, wenn die Laune nicht kippen soll.
Wo ist der Deal besser – beim spanischen Low-Cost Anbieter Vueling oder bei der Lufthansa? Oder doch bei Ryanair?
Der Preisvergleich fällt eindeutig aus. Bei Lufthansa kosten die Flugtickets 1285,80 Euro. Die Sitzplatzreservierung für Standardplätze ist kostenfrei, jeder Passagier darf ein Gepäckstück mit bis zu 23 Kilogramm mitnehmen, das sind im konkreten Fall insgesamt 92 Kilogramm – das sollte reichen. Bordverpflegung ist bei Lufthansa inbegriffen.
Bucht man dieselbe Strecke an denselben Tagen mit vergleichbaren Leistungen bei Vueling, so kostet das Vergnügen knapp 1000,00 Euro mehr: 2.245,24 – die Wahl dürfte nicht schwerfallen. Familie M. sucht nochmal weiter nach dem idealen Ferienflieger. Ryanair wirbt mit Familienangeboten und fliegt direkt – allerdings nicht vom Flughafen München, sondern von Memmingen im Allgäu. Immerhin – bei der Buchung wird der Bustransfer ab München Hauptbahnhof angeboten, um 45 Euro pro Person hin und retour, also 180 Euro für die Familie. Ryanair bietet zwar Ermäßigung für die Sitzplatzreservierung von Kindern, dennoch verteuern die kostenpflichtigen Sitzplätze die Reise der Familie um 104 Euro. Bucht man die „großen“ Gepäckstücke – bis 20 Kilogramm – auf die Kinder, die hier wiederum Ermäßigung bekommen, und nur jeweils einen kleinen Koffer (bis 15 Kilogramm) auf die Erwachsenen, so kostet der Transport von 70 Kilogramm Gepäck „nur“ 170 Euro. Zum Flugpreis einschließlich Steuern und Gebühren von 503,92 Euro kommt also noch einiges hinzu, der Gesamtpreis liegt bei 957,82 Euro. Getränke und Snacks an Board kommen noch hinzu, beim Gewicht der Koffer muss man aufpassen. Immerhin, günstiger als Lufthansa, aber dennoch fast doppelt so teuer wie der Flug ohne Extras.